Herr schmeiß Hirn ra!

Maxblog: Nicht immer einfach, aber einfach immer.

König Spiegelei 12 April 2008

Gespeichert unter: Herr schmeiß Hirn ra! — Max @ 7:07
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In einem fernen Land lebte einmal ein reicher König. Der König liebte frittierte Sahnebaisers mit extra Schokosoße, die ihm sein Leibkoch zuzubereiten hatte. Nur leider wuchs dadurch sein Bauch in immer größere Regionen. Das störte den König zwar nicht, aber als ihn die Königin einmal darauf hinwies, dass er so zugenommen hätte, dass er seine eigene Eier nicht mehr sehen könne, befahl er nur: “Stellt einen Spiegel auf, auf dass ich meine Pracht wieder sehen kann!” Gesagt, getan. Und wenn König Spiegelei nicht gestorben ist, dann lebt er heute noch so gewitzt.

Nicht, dass ich mir einbilden würde, ich könne besonders gut Märchen erzählen, das können die Dinger vom Tausend-Mark-Schein besser. Die Geschichte ist mir nur eingefallen, als ich heute in den Nachrichten einen Bericht über die steigenden Lebensmittelpreise gesehen habe die diejenigen, die sowieso in Regionen der Welt leben, die von der Geschichte nicht so reichlich bedacht wurden, besonders treffen, da sie nun einen größeren Teil ihres Einkommens für die Nahrungsmittel ausgeben dürfen.

Ein Grund dafür ist unter anderem die Verwendung von Nahrungsmittel zur Treibstoffgewinnung. Was ja unser Bundesumweltminister [im folgenden BUM genannt] zur Pflicht machen wollte, nur dann vor der Lobby eingeknickt ist. Hat er sich nie mit der Entwicklungshilfeministerin unterhalten? Oder mal jemanden gefragt, der sich mit sowas auskennt? Ich würde ihm einfach mal unterstellen, dass der BUM weniger Tage seines Lebens gehungert hat, als dass er satt war. Und was macht man, wenn man am Ende der Legislaturperiode mir irgendwas Wahlkampf machen will oder muss, in seinem Fall mit Umweltschutz? Man schützt irgendwie die Umwelt. Nur wie? Achso, irgendeine Verordnung erlassen, die einfach zu händeln ist und mich nichts kostet. Das der kürzeste Weg die paar schwarzen Kinderlein [ich weiß, dass dies nicht politisch korrekt ist] in arge und ärgste Bedrängnis bringt, weil sie dann nichts mehr zu essen haben, nimmt man einfach mal in Kauf.

Ich finde generell das Wegschmeißen von Lebensmitteln inakzeptabel und dekadent, solange noch nur ein Mensch auf dieser Welt hungern muss. Ich tue mich unendlich schwer, Sachen wegzumschmeißen, auch wenn sie mir nicht schmecken. Warum treffen Menschen, und hier der BUM, Entscheidungen, die zwar irrelevante Besserung in einem kleinen Teilbereich bringen mag (der CO2-Ausstoß durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe), aber Menschen in fundamentale Schwierigkeiten bringt und sie vielleicht das Leben kostet?

Das erfasst das große und komplizierte Feld von Entwicklungshilfe und Klimaschutz sicher nur unzureichen. Dennoch, ich kann nur den Kopf schütteln. Herr schmeiß Hirn ra!

 

4 Responses to “König Spiegelei”

  1. hephai Says:

    Hi,
    das es einen Zusammenhang zwischen der Verbrennung von Weizen in Deutschland und dem Mangel an Weizen in Afrika gibt, glaube ich nicht. Allein der Preis des Transportes könnte dort helfen, größere Mengen an Getreide anzubauen, als hier verbrannt wird. Sicherlich fühlt man sich schlecht, wenn man an das Verbrennen von Lebensmitteln denkt, aber dies ist sicherlich nicht der Grund der derzeitigen Preisgestaltung.
    Vielleicht würde auch heute die radikale Lösung der französischen Revolution (Rübe ab) helfen.

    hp

  2. hirnra Says:

    Hi,
    doch den Zusammenhang gibt es, wenn es Pflicht ist, Treibstoff aus organischem Material den herkömmlichen Treibsoff beizumengen und dafür Nahrungsmittel verwendet werden, erzeugt das Knappheit und das lässt den Preis steigen, egal wo die Akteure in unserer globalisierten Welt sitzen. Das mag nicht, der einzige Grund für steigende Preise sein(Veränderung der Essensgewohnheiten in der Welt, Missernten,..) aber das ist ein Grund, den wir selbst beeinflussen können! Und das mit der Revolution: ich hoffe da fehlt ein Smile dahinter ;-)

  3. hephai Says:

    Der in der Republik erzeugte Kraftstoff aus Getreide wird zu eine (fast) fairen Preis aus aufgekauften Rohstoffen gewonnen, die extra dazu hergestellt werden. Sicherlich wäre es besser, Getreide herzustellen und dann für einen Spottpreis zu verschenken, wie man es jahrzehntelang nicht nur in der EU, sondern auch in den USA gemacht hat. Wenn man dann noch die politischen Systeme der Empfängerländer auf einen abhänigen Kurs bringt ist das Kolonialismus pur. Man muss die Unabhänigkeit dieser Länder von den Industriestaaten fördern und nicht guten Willen mit Lebensmitteln erkaufen. Obwohl Bush nicht mein persönlicher Freund ist, hat er in den letzten Jahren in Afrika sehr viel erreicht. Leider fehlt in Europa der Wille sich dort mehr einzubringen und wirkliches Wachstum zu ermöglichen.
    hp

  4. hirnra Says:

    Ich hab deshalb extra darauf hingewiesen, dass ich damit das komplizierte Feld von Entwicklungshilfe und Klimaschutz nur unzureichend und absolut nicht umfassend, sondern nur hinsichtlich dieser zwei Aspekt bedacht habe und ihre Wechselwirkung beleuchtet. Das unsere westliche Welt die Entwicklungshilfe ziemlich unzureichend, egoistisch, kurzsichtig und für mich unerklärlich Stiefmütterlich behandelt, stimm ich mit dir überein. Darüber mache ich mir hoffentlich noch ein anderes mal Gedanken.
    In meinem Windows-Gadget sprang mir eben noch ein Totschlagargument entgegen: http://www.welt.de/politik/article1897857/Politiker_verdammen_Biosprit_als_Hunger-Ursache.html#reqMSN_Gadget


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