In letzter Zeit war ich ein bischen am zweifeln: War der Studiengang die richtige Wahl? Die Richtung stimmte, aber so viele Fächer, die einfach nur nerven. Klar, ohne diese wird man kein richtiger Betriebswirt. Aber im zweiten Semester ähnlich spannende Fächer wie im ersten, wo ich mich getröstet hatte, es wird bestimmt spannender?
Und dann kam dazu, dass ich immer mehr meine Leidenschaft für Entwicklungsarbeit entdeckt habe. Den Auslöser weiß ich nicht mehr, aber immer mehr wurde mir bewusst, das könnte etwas sein, wohinter ich mein Leben lang stehen könnte, und auch ohne es zu bereuen mein Leben lassen könnte. Wobei letzteres nicht unbedingt zu den Oberzielen gehört. Nur großes Problem: Zu Entwicklungshilfe passt die Volkswirtschaftslehre ja viel besser! Dann müsste ich ja den Studiengang wechseln, weg von meinem Studiengang mit NC von 1,irgedwas hin zu einem unbeschränkten Studiengang. Aber wenigstens könnte ich die bisherigen Leistungen mitnehmen, noch sind wir (BWLer und VWLer) nicht getrennt. Oder ich habs nicht mitbekommen. Aber andererseits ist die VWL doch auch sehr trocken manchmal und vor allem: So viele Zahlen, so viel Mathe, so viele Ableitungen. BÄH! Mathe ist für mich immer noch Mittel zum Zweck und nicht Selbstzweck, auch wenn ich gut verstehen kann, was einen an Mathematik fasziniert.
Gestern aber habe ich dann entdeckt: Studierte Entwicklungshelfer, so zumindest der Tenor einiger Internetseiten, die ich dafür kompetent halte, braucht kein Mensch. Viel mehr Spezialisten (unter anderem BWL) die sich nach Praxiserfahrung dafür entscheiden, in einen Auslandseinsatz zu gehen. Damit ist mir wenigstens diese schwere Entscheidung abgenommen. Ich kann weitermachen wie bisher. Ich darf weiterhin über Buchführungsunterlagen einschlafen und mich, zumindest ein bischen, bei den Volkswirtschaftlern herumtreiben, die zwar dieses Semester mit der Mikroökonomik das dämlichste, mit der Makroökonomik aber auch das beste Fach stellen.
Erleichterung allerorten.