Heute, wie auch schon das ganze Semester über, lässt sich die Tätigkeit des Wirtschaftslernenden ganz einfach beschreiben: Maximieren oder Minimieren, mal das Eine, mal das Andere. Ob es nun Kosten, Nutzen, Output oder Funktionen sind: Man kann sie alle durch das gleiche Schema quetschen.
Wenn man zwei Sachen durcheinander teilt, teilt man nicht einfach zwei Sachen durcheinander, man will auch wissen, was passiert, wenn man über oder unter dem Strich etwas verändert. So behandelt man jeden Bruch. Fast keiner bleibt verschont. Wird er größer oder kleiner? Positiv oder negativ? Gegen 0, unendlich oder 1?
Auf die Frage “was passiert wenn” gibt es eine ganz einfache Antwort: Moment, ich leite mal kurz ab, dann sehen wir weiter. Ich habe in den letzten Wochen so oft abgeleitet, dass ich nicht weiß, ob ich mich öfter geduscht habe oder abgeleitet.
Neben dem Handwerklichen gibt es natürlich auch noch die in der BWL so beliebten Tabellen, Matrizen und Flussdiagramme, mit denen man möglichst viel Inhalt, sei er auch noch so banal, in schöne, übersichtliche Formen gießen und sich dann rühmen kann, als erster eine solche Übersicht erstellt zu haben. Ähnlich dem Recht der ersten Nacht, greift hier das Recht der Erstbenennung der einzelnen Felder, ganz genau so, als ob man einen neuen Schmetterling entdeckt hätte. Nur schreibt man dann etwas Anspruchsvolles in das Feld hinein, möglichst auch auf Englisch, das macht einen sehr internationalen Eindruck.
Soweit zu dem, was mir in den nächsten 6 Wochen blüht. Klingt nicht nach viel, ist aber das Gegenteil.
Und wenn einer fragt, was willst du denn heute Abend essen: Nutzen maximieren, Kosten minimieren, bei Gelegenheit eine SWOT- Analyse durchführen, irgendetwas nach irgendetwas anderem ableiten, Ergebnis zu Kenntnis nehmen und nicht weiter beachten und dann auf Basis dessen, die gleiche Bauchentscheidung wie immer treffen: Fischstäbchen!